Allergien im Fakten-Check

Frau liegend putzt sich die Nase
Über Allergien kursieren im Web viele falsche Informationen. Auch uns begegnen im Apothekenalltag immer wieder zahlreiche Irrtümer. Wir haben Ihnen die fünf häufigsten  Mythen über die Erkrankung zusammengestellt und geprüft.
 
 Irrtum 1: Unter Heuschnupfen leidet man nur im Sommer
 

Das ist falsch! Denn die Frühblüher treiben oft schon im Januar und Februar aus, manchmal sogar schon im Dezember. Mit Erle, Weide und Hasel starten viele Allergiker niesend ins Jahr. Und manche Pollen sind sogar bis in den Oktober und November hinein unterwegs, wenn letzte Gräser zu blühen beginnen. Tückisch dabei ist, dass angetrieben durch den Klimawandel viele heimische Pflanzen mehr Allergene produzieren.

Zudem schwankt der Pollenflug von Tag zu Tag, je nach Wind und Wetter. Informieren Sie sich daher am besten mit einem Pollenflugkalender über Ihre aktuelle Belastung. Achtung auch bei bestimmten Lebensmitteln wie Äpfeln, Stein- und Kernobst und Nüssen: Sie können bei manchen Allergikern sogenannte Kreuzreaktionen auslösen.

Irrtum 2: Antiallergika machen müde und schlapp

Das ist nur teilweise richtig, denn es trifft nur auf die Antihistaminika der ersten Generation zu, die sogenannten H1-Rezeptorblocker. Moderne Heuschnupfen-Medikamente haben viel weniger Nebenwirkungen, weil ihre Wirkstoffe die sogenannte Blut-Hirn-Schranke schlechter durchdringen können.Wer als Allergiker unter Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Schwindel leidet, bildet sich das aber nicht nur ein: Diese Symptome sind Anzeichen der Allergie selbst. (Es gibt Studien, nach denen allergische Schüler zur Pollenflugzeit etwa eine Note schlechter werden als sonst).

Irrtum 3: In geschlossenen Räumen gibt es keine Pollen

Das ist so auch nicht richtig. Zwar blühen in Innenräumen in der Regel keine allergieauslösenden Pflanzen. Doch wenn das Fenster permanent gekippt oder gar weit geöffnet ist, dringen Pollen ein. Allergiker sollten nach Möglichkeit nur kurz stoßlüften.

Die Annahme, dass ein morgendliches Lüften die Pollen aus der Wohnung vertreibt, stimmt übrigens auch nicht so. Denn es kommt darauf an, ob Sie in der Stadt oder auf de Land wohnen. In der Stadt ist der Pollenflug in den frühen Morgenstunden tatsächlich oft geringer. Bei uns auf dem Land ist es aber genau umgekehrt: Dort sollten Sie lieber abends bzw. nachts lüften.

Weitere Tipps für Pollenallergiker finden Sie in unserem Beitrag „Nase voll von Heuschnupfen & Co.?“

Irrtum 4: Heuschnupfen kann man ignorieren – er verschwindet auch wieder

Das ist falsch. Natürlich gibt es Menschen, bei denen eine Allergie von alleine schwächer wird. Das ist aber nicht der Regelfall. Oft hilft nur eine sogenannte Hyposensibilisierung durch Ärzte dabei, den Körper an das Allergen zu gewöhnen. In der Zwischenzeit sollten Betroffene ihre Allergie durch Medikamente in Schach halten – damit aus dem Heuschnupfen am Ende kein allergisches Asthma wird. Ein solcher „Etagenwechsel“ lässt sich jedoch nur mit allergologischen Medikamenten verhindern.

Irrtum 5: Hände weg von Kortison 

Viele Menschen haben Angst vor Kortison. Doch dabei handelt es sich um einen Entzündungshemmer, den unser Körper selbst produziert. Ob der Einsatz eines Kortison-Nasensprays bei Ihnen sinnvoll ist, entscheidet Ihr Arzt. Daher fragen Sie Ihren Arzt, ob ein kortisonhaltiges Nasen- oder Asthmaspray bei Ihnen dazu beiträgt, die Schleimhäute zu beruhigen.

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