Sonnencreme aus dem Vorjahr nutzen? Besser nicht!

sonnenschutzcreme

Endlich ist der Sommer da. Und damit auch das Thema Sonnenschutz. Vielleicht haben Sie noch eine Sonnencreme vom letzten Jahr im Schrank und fragen sich, ob sie diese erst aufbrauchen sollten. Warum Sie ältere Sonnencremes nicht mehr nutzen sollten und was sonst noch bei Sonnenschutz wichtig ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Französische Wissenschaftler haben bei der Analyse älterer Sonnencremes entdeckt: Nicht nur der UV-Schutz nimmt mit der Zeit stark ab. Im häufig enthaltenen chemischen UV-Filter Octocrylen kann sich bei längerer Lagerung das als krebserregend geltende Molekül Benzophenon bilden*. Außerdem zeigte eine amerikanische Studie**, dass UV-filternde Stoffe in Sonnencremes nicht auf der Haut bleiben, sondern teils hoch konzentriert ins Blut gelangen!

Daher raten wir davon ab, Sonnenschutzmittel aus dem Vorjahr zu nutzen, denn es besteht das Risiko, dass der UV-Schutz abnimmt und die Sonnencreme Ihre Haut nicht mehr ausreichend schützt. 

Der einfachste Trick in Sachen Haltbarkeit

Wie lange Sie eine Sonnencreme nach dem Öffnen maximal haltbar ist, steht auf der Packung. Das Symbol mit einer geöffneten runden Dose zusammen etwa mit der Angabe „12 M“. Heißt, die Sonnencreme ist nach dem Öffnen mindestens 12 Monate haltbar. Doch das hilft Ihnen nur, wenn Sie auch wissen, wann Sie die Creme angebrochen haben!

Unser Tipp:
Schreiben Sie das Datum des Öffnens mit einem wasserfesten Stift auf Tube oder Flasche.

Auf den Lichtschutzfaktor kommt es an

Wenn Sie zum Beispiel sehr helle Haut haben und die Eigenschutzzeit Ihrer Haut 10 Minuten beträgt, sind Sie mit LSF 10 theoretisch 10 x länger (also 100 Minuten) vor einem Sonnenbrand geschützt als ohne Sonnenschutz. Ein akzeptabler Sonnenschutz fängt aus unserer Sicht bei LSF 30 an – wenn er dick genug aufgetragen wird. Allein fürs Gesicht empfehlen Experten für Erwachsene mindestens einen gehäuften Teelöffel! Viel hilft viel – beim Sonnenschutz!

Unsere Empfehlung:
Mit LSF 50 und einer ausreichenden Menge Sonnencreme sind Sie auch mit heller Haut und weniger Eigenschutz auf der sicheren Sonnenseite.

Zusätzlicher Schutz zur Sonnencreme

Sonnencreme allein reicht nicht, um das Hautkrebsrisiko gering zu halten. Wichtig sind auch weitere Vorsorgemaßnahmen wie:

  • Schatten – Meiden Sie die direkte Sonne vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Hut und Sonnenbrille – Schützen Sie Kopfhaut und Augen mit Hut und Sonnenbrille.
  • Kosmetik – Nutzen Sie Pflegeprodukte oder Make-up mit integriertem UV-Schutz und wählen Sie parfüm- und duftstofffreie Produkte, die vor UVA- und UVB-Strahlen schützen.
  • Spezialkleidung – Tragen Sie engmaschige, dunkle Kleidung. Durch ein dünnes weißes T-Shirt fällt 40 % der UV-Strahlung auf die Haut. Für Outdoor-Sportler lohnt sich zertifizierte UV-Schutz-Kleidung.
  • Schutz von innen – Mit der täglichen Einnahme von 25 – 50 mg Betacarotin spätestens 28 Tage vor dem Urlaub erhöhen Sie Ihren Eigenschutz geringfügig.

 Häufige Frage in der Apotheke: Was kommt zuerst – Feuchtigkeitspflege oder Sonnenschutz?

Falls Sie sich das auch immer wieder fragen: Wir sagen unseren Kunden, dass sie erst die Feuchtigkeitspflege einziehen lassen sollen, um den Lichtschutzfaktor der Sonnencreme nicht zu verdünnen. Wirklich notwendig ist es eigentlich nicht, da die Sonnenschutzcreme bereits genug Feuchtigkeitspflege enthält. Manche unserer Kunden empfinden es aber als angenehmer, wenn sie unter dem Sonnenschutz noch eine Feuchtigkeitscreme oder ein Serum auftragen.